Überblicke gewinnen und Summen ziehen

Sehr beliebt ist eine vorbereitende Lernphase vor den Examen - üblicherweise ein Semester. Das ist Geschmackssache. Die meisten machen sie, ich habe keine gemacht, kann hier also nur sammeln, was anderen geholfen hat, oder, was mir die Sache wahrscheinlich leichter gemacht hätte:

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Bei den meisten Prüfungsformen ist das anstrengendste der Zeitdruck. Entsprechend ist es sinnvoll, die vielen Spezialwissensgebiete, die man im Laufe des Studiums gesammelt hat, in einen roten Faden einzuflechten, um sie im rechten Moment parat zu haben und sich in dem gelernten Faktendschungel orientieren zu können. Solch einen roten Faden liefert in der Regel eine Überblicksvorlesung, -übung, oder entsprechende Veranstaltung.

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Spezialveranstaltungen solltet Ihr in der Examensvorbereitung nur besuchen, wenn sie dirket eins Eurer Themen betreffen oder nahe daran herankommen. (Nicht verzetteln)

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Auf keinen Fall solltet Ihr einfach von der Uni wegbleiben und im eigenen Saft schmoren.
Wenn es tatsächlich im betreffenden Semester nichts gibt, das sich für Euch zu besuchen lohnt (das wäre ernsthaft etwas neues !), dann lernt wenigstens regelmäßig in der Bibliothek oder tauscht Euch mit anderen aus.

Der Grund dafür: Wer sich in den Ausnahmezustand begibt und abkapselt (oder umgekehrt in unifremde Prozesse z.B. zuhause einbinden läßt), bekommt immer mehr Distanz, verliert den Sinn für's rechte Maß und wirft nach und nach alles Lästige über Bord, um entweder noch ein bißchen mehr rauszuholen oder sich endlich einmal eine "Pause" zu gönnen.

Dummerweise ist in der Regel als erstes die methodische Genauigkeit, das Stellen scheinbarer Randfragen und das komplexere Zusammenhangsdenken lästig, sodaß Ihr mit der Einsiedlermethode weniger Freiraum zum denken gewinnt, als Euch von allen Selbstkontrollen aber auch Inspirationsquellen abschneidet und am Ende nur noch auswendig lernt - was bekanntermaßen wenig nützt.

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Wenn Euch nicht gerade allerextremste Geldnot dazu zwingt, meldet Euch nicht zum Examen, bevor Ihr nicht das Gefühl habt, daß sich das bisher Gelernte langsam zu einem Gesamtbild verdichtet. Das ist meistens ein Anzeichen dafür, daß Ihr langsam vom exemplarischen Häppchenkauen wegkommt, souverän werdet, und nicht nur die Uni verlaßt, weil Ihr "einfach keine Lust mehr habt, Student zu sein". (Solche und ähnliche Retrospektivscheußlichkeiten höre ich bezeichnenderweise am meisten von Leuten (nicht nur Pfarrern !), die auch jetzt in ihrem Beruf nicht zufrieden sind.)

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